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Was sind Organisationsaufstellungen und wie
funktionieren sie?
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Wie Sie wissen, hängt der
Erfolg im Beruf, im Unternehmen oder im privaten Bereich nicht allein
vom Wissen, Wollen, Können der Personen sowie der finanziellen und sachlichen
Ausstattung und dem Standort des Unternehmens ab.
In Formulierungen wie, die "Chemie muss stimmen", "die
sind sich nicht grün" oder "die können nicht miteinander"
kommt zum Ausdruck, dass es noch um ganz andere Erfolgsfaktoren geht.
Das nicht so ohne weiteres erkennbare Beziehungsgefüge der Menschen,
die zusammen arbeiten und leben, entfaltet einen ebenso starken Einfluss
und mitunter eine nicht kontrollierbare Dynamik.
Die Methode der Organisationsaufstellung ist ein herausragendes Instrument,
solche nicht dem "bloßen Auge" sichtbaren Dynamiken, Beziehungen
und Abhängigkeiten deutlich zu machen und Probleme zu lösen, die
darauf beruhen.
Aufstellungen finden aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit zunehmend Anwendung
in der Unternehmensberatung.
Organisationsaufstellungen finden entweder im Rahmen eines Workshops
oder - in Ausnahmen - vor Ort statt. Die TeilnehmerInnen kommen meist
aus ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen und kennen sich vorher nicht.
Aber jeder hat ein Problem, das er gerne lösen möchte. Das bietet die
Basis für einen geschützten Rahmen, in dem jeder sein Thema offen auf
"den Tisch legen" kann. Deshab gehört es zu den Regeln der
Aufstellungsarbeit, dass sich alle TeilnehmerInnen vorab verpflichten,
Informationen vertraulich zu behandeln.
Praktisch funktioniert eine Organisationsaufstellung wie folgt:
Jemand, der sog. Repräsentant, der ein Anliegen hat, sei es mit Kunden,
Mitarbeitern oder mit einer neuen Aufgabe, sucht sich aus dem Kreise
der TeilnehmerInnen Leute aus, die als Stellvertreter für Personen aus
seinem beruflichen oder privaten Umfeld fungieren. Dann stellt er sie
nach seiner eigenen inneren Vorstellung über die Wirklichkeit im Raum
auf. Auch für sich wählt er eine Person aus, die seine Rolle übernimmt.
Auf diese Weise wird die Betrachtung des Problems " von außen"
möglich.
Die Stellvertreter repräsentieren je nach konkretem Problem Firmenmitglieder,
Abteilungen oder Kunden , sie können aber auch eine bestimmte Aufgabe
symbolisieren. Aus der Art der Anordnung, wie Nähe oder Distanz, Blickrichtung
oder Körperhaltung lassen sich unmittelbar Erkenntnisse über das Problem
gewinnen.
Danach werden die einzelnen Stellvertreter befragt, wie es ihnen in
dieser Anordnung geht. Dabei ist es immer wieder erstaunlich, wie präzise
diese Personen die Wirklichkeit beschreiben und Sachverhalte aufdecken,
die im Alltag verborgen geblieben sind.
Unter Anleitung des Trainers werden die Personen solange umgruppiert,
bis eine Ordnung gefunden worden ist, in der die negativen Kräfte eliminiert
sind. Schließlich wird dann der Repräsentant an Stelle seines Stellvertreters
in die Aufstellung einbezogen, damit er die neue Konstellation "von
innen" erleben kann und spüren kann, wie es sich anfühlt, wenn
das System "in Ordnung" ist.
Aus diesem Prozess heraus gewinnt der Repräsentant wesentliche Informationen
über die unsichtbaren und konflikthaften Zusammenhänge und Verflechtungen
innerhalb des organisatorischen Systems, dem er angehört, und er erhält
eine spürbare Vorstellung von einer neuen, bisher nicht zugänglichen
Lösung. Zugleich entfaltet das neue Bild ein verändertes Erleben der
(real unveränderten) Organisation. Dies widerum wirkt positiv auf das
System zurück.
Warum funktionieren Organisationsaufstellungen?
Wer das erste mal von dieser Arbeit hört, mag sich fragen,
warum so etwas funktionieren soll.
Es zeigt sich immer wieder, das StellvertreterInnen in der Aufstellung
Zugang zu einem Wissen finden, das -eigentlich- nur den betreffenden
Personen zugänglich sein kann, die sie vertreten. Bis heute kann man
nicht schlüssig erklären, wie es dazu kommt. Es ist ein Phänomen, das
die einen "wissendes Feld" (Albrecht Mahr, Arzt und Therapeut),
die anderen "morphogenetisches Feld" (Rupert Sheldrake, Biologe)
nennen. Die Erforschung der Aufstellungsarbeit durch wissenschaftliche
Experimente hat gerade erst begonnen. Da Aufstellungen zwar noch nicht
erklärbar, aber dennoch höchst nützlich sind, kann man sich Humberto
Maturana anschließen, der sagt: "Ein Phänomen ist das, was mit
vorkommt." Wie andere Phänomene auch.
Wann ist Aufstellungsarbeit angezeigt?
Die Aufstellungsarbeit soll nicht andere bewährte Formen
der Beratung ablösen, sondern sie sinnvoll ergänzen. Wichtig ist auch,
dass sie von speziell dafür ausgebildeten und erfahrenen Beratern durchgeführt
wird, die über ein gute Wahrnehmungsfähigkeit und viel Einfühlungsvermögen
verfügen.
Organisationsaufstellungen sind immer dann angebracht, wenn sich bestimmte
Problemmuster trotz vielfältiger Bemühungen hartnäckig behaupten. Z.
B. anhaltender Umsatzrückgang, ständige Motivationsprobleme bei Mitarbeitern,
über längeren Zeitraum stagnierende Kundenzahl, unveränderter Ziel-erreichungsgrad
(keine Steigerungen), hoher Krankenstand, Mobbing.
Themen der Aufstellungsarbeit
Die Themen, die mit Organisationsaufstellungen angegangen
werden können sind vielfältig. Hier einige Beispiele:
· Klärung von beruflichen Fragen und Spannungen,
· Lösung von innerbetrieblichen Konflikten, die hartnäckig andauern,
· Hilfestellung bei anstehenden betrieblichen Entscheidungen (personelle
Veränderungen, Investitionen, Betriebsnachfolge),
· Fragestellungen bei Unternehmens-gründung und Selbständigkeit,
· Weggang von Kundenpotential,
· Supervision von Beraterinnen und Beratern für ihre Projekte,
- Erkennen historischer "Altlasten", z.B. Würdigung ehemaliger
Mitarbeiter, des Firmengründers usw.
- Erkennen individueller
Kontexte hinter betrieblichen Verhaltensmustern,
- Klarheit über den eigenen
Platz und die eigene Rolle im System Firma
Selbstverständlich muss man nicht mit der Beratung warten, bis ein Misserfolg
eingetreten ist, die Methode lässt sich auch sehr gut präventiv nutzen.
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